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Seit 1979 besteht die Partnerschaft zwischen St. Maria und der Gemeinde St. Joseph & Mary in Nairobi (Kenia). Diese Gemeinde liegt in Shauri Moyo im Osten Nairobis. Die Mitglieder der Gemeinde leben größten Teils in Slums.
Wir haben bislang die pastorale Arbeit und vornehmlich ein sog. Challenge Progamme für behinderte Kinder unterstützt. Die Gemeinde wird von Priestern der Mill-Hill-Ordensgemeinschaft geleitet.
Zwischen den Gemeinden bestehen vielfältige Kontakte.
Informationen bei Pastoralreferent Andréas Hofstetter-Straka.


November 2011
Nachrichten aus der Partnergemeinde St Joseph & Mary in Nairobi
Aus den Titelmeldungen der Informationsmedien sind sie verschwunden, die Nachrichten über die Hungerkatastrophe in Ostafrika und die vielen Flüchtlinge aus Somalia. Aber die Wirklichkeit vor allem in Kenia sieht anders aus. Das Land, das selbst in vielem nicht das Notwendigste für weite Teile seiner Bevölkerung hat, weil es auch von der großen Dürre betroffen ist, muss zusätzlich noch mehr als eine Million Flüchtlinge aus dem nördlichen Nachbarstaat Somalia beherbergen und versorgen.
Um die Grenze zu Somalia und sich vor allem vor Übergriffen der Al-Shabaab Milizen zu schützen, führt Kenia seit Mitte Oktober einen Grenzkrieg gegen diese Milizen. Der französische Somalia-Experte Roland Marchal sagt: „Ich habe keinen Zweifel, dass die Kenianer und ihre Verbündeten viele Al-Shabaab-Kämpfer töten können. Aber ich habe auch keinen Zweifel, dass Al-Shabaab den Kampf irgendwie überstehen wird. Dort, wo die Islamisten mit konventionellen Mitteln zurückgeschlagen wurden, reagierten sie mit Terror.“
Er drückt damit genau die Angst aus, die Cosmus Muthama der Leiter des Challenge Programms in seinen letzten Mails aus Nairobi auch beschreibt. Die Menschen in Nairobi, besonders auch im Gebiet unserer Partnergemeinde, haben Angst vor Terroranschlägen und Entführungen, gerade auch von männlichen Jugendlichen durch die somalische Al-Shabaab Milizen. Daneben belasten die Konsequenzen der Dürre- und Flüchtlingskatastrophe den Alltag: Der enorme Wassermangel, die daraus resultierenden steigenden Wasserpreise und die drastisch in die Höhe geschnellten Lebensmittelpreise. Vielen Menschen sind aus Somalia geflohen und suchen Zuflucht bei Landsleuten, die in schon früher in Nairobi untergekommen sind.
Cosmus Muthama schreibt uns, dass er dieses Jahr die zusätzlichen 250,--€, die wir vor Jahren auf Anregung von Lydia Bielzer für ein Fest mit den Kindern des Challenge Programms an Weihnachten überwiesen haben und seitdem praktizieren, nicht für diesen Zweck verwenden wird. Er will den Familien der behinderten Kinder Lebensmittelpakete für die Zeit der Feiertage, in denen das Challenge Center geschlossen ist, mitgeben. So ist sichergestellt, dass die Kinder einigermaßen zu Essen haben. Er schreibt: „Ich fühlte, ich kann die Verantwortung nicht auf mich nehmen an einem Tag ein aufwändiges Fest zu veranstalten und die Kinder hungern den Rest der Feiertage.“
Ansonsten geht die Arbeit im Challenge Programm, dem Engagement unserer Partnergemeinde für behinderte Kinder, gut voran. Cosmus Muthama berichtet in regelmäßigen Abständen aus dem Challenge - Center, das seit einem guten Jahr in neuen Räumen auf dem Gemeindegrundstück untergebracht ist und so noch nachhaltigere Arbeit ermöglicht.
Die Neuigkeiten aus der Gemeinde fließen etwas spärlicher. Weiterhin ist Father Tom Keane ein Mill-Hill Father, der seine ganze aktive Zeit in Kenia verbracht hat, Leiter der beiden Gemeinden St. Joseph & Mary. Seit ein paar Monaten steht ihm Father Tom Sudakha ein indischer Mill-Hill Priester zur Seite.
Man kann sich vorstellen, dass in den politisch, sozial und wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Entwicklung unserer Partnergemeinde zu mehr Eigenständigkeit und Unabhängigkeit, wie sie Father Tom Keane bei seinem letzten Besuch vor drei Jahren angekündigt hat, noch nicht recht vorangekommen ist. Das Thema zieht sich aber wie ein roter Faden durch die Treffen, Kirchengemeinderatssitzungen und Schulungen für Ehrenamtliche. Beeindruckend ist das Weiterbestehen der kleinen christlichen Gemeinschaften als Fundament der Gemeinde. Sie sind Orte, an denen die Mitglieder ihr Leben miteinander teilen und es mit dem Wort Gottes konfrontieren. Auch für alle anderen solidarischen Einrichtungen, wie die Armenbank und die Krankenstation engagieren sich Ehrenamtliche. In den Berichten der letzten Monate zieht sich auch immer wieder die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen für die Jugendlichen, ihre Belange und Sorgen (HIV und Gesundheitsvorsorge).

Besuch in Nairobi 2009

Im Herbst 2008 waren F. Tom und F. Benny, die beiden Priester unserer Partnergemeinde St. Joseph & Mary in Nairobi, zu Besuch in Stuttgart. Sie wurden von Cosmus Mumo Muthama, dem Leiter des sog. Challenge - Programms – einem Förderprogramm für behinderte Kinder - begleitet. Ihm wurde während des Besuchs ein einwöchiges Praktikum im Olgahospital ermöglicht. Die Leiterin der dortigen Physiotherapie, Melanie Ekert hat sich dazu entschlossen zwei Mitarbeiterinnen zu einem Besuch in unsere Partnergemeinde zu animieren. Mitte Juli 2009 ist es nun soweit, dass zwei Physiotherapeutinnen des Olgahospitals, Sandra Damerau und Julia Heiduck, für vierzehn Tage in unsere Partnergemeinde fliegen, um mit dem Personal des Challengeprogramms zu arbeiten. Eine schöne Geste der Verbundenheit. Herzlichen Dank für diese Bereitschaft und dieses großartige Engagement.


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