StartseiteLebensfeiern - SakramenteErstkommunionBedeutung der Erstkommunion

Damit wir leben können, müssen wir essen und trinken. Wir brauchen unser tägliches Brot oder unseren täglichen Reis oder andere tägliche Speisen. Wir brauchen Wasser, Milch, Wein und andere Getränke. Nicht ohne Grund nennen wir das, was wir essen und trinken "Lebens-Mittel". Wer nicht genug zu essen und zu trinken hat, wird rasch hinfällig und muss am Ende qualvoll sterben. Es ist unfasslich, dass heute immer noch viele Menschen verhungern, obwohl die Nahrungsmittel der Erde für alle ausreichen.

Essen und Trinken ist aber mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es dient nicht allein dem Erhalt des Lebens, sondern gehört zu den Freuden des Lebens. Hungrige Kinder freuen sich auf das, was die Mutter ihnen zubereitet hat. Kommt ihre Lieblingsspeise auf den Tisch, breitet sich gute Laune aus. Wenn eine Familie oder ein Freundeskreis am Esstisch zusammensitzt, entsteht das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das kann man an jedem Tag, vor allem aber an Festtagen (Geburtstag, Weihnachten) erleben, wo etwas Besonderes auf den Tisch kommt. Wir laden gern andere Menschen zum Essen und Trinken ein und freuen uns, wenn wir von anderen eingeladen werden. Essen schafft Stimmung. Essen schafft Gemeinschaft.

Brot und Wein und ein Mahl, das Gemeinschaft erleben lässt, sind Dinge des täglichen Lebens. Sie sind als "Lebens-Mittel" in besonderer Weise geeignet über sich selbst hinauszuweisen auf ein Leben, das nicht vergänglich ist. In der Eucharistie, dem wichtigsten Sakrament neben der Taufe, werden sie zu "Lebens-Zeichen" (Symbolhandlungen) für die Welt Gottes.

Das Sakrament geht auf das Abendmahl zurück, das Jesus kurz vor seinem Tod und seiner Auferstehung mit seinen Jüngern gefeiert hat. Damals sagte er im Rahmen des jüdischen Pesachfestes seinem Vater Dank und sprach über das Brot und den Wein die Worte:

"Nehmt und esst alle davon:
Das ist mein Leib,
der für euch hingegeben wird."

"Nehmt und trinkt alle daraus:
Das ist der Kelch
des neuen und ewigen Bundes,
mein Blut, das für euch
und für alle vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.
Tut dies zu meinem Gedächtnis."


Dazu gab er seinen Jüngern den Auftrag: "Tut dies zu meinem Andenken." Zugleich deutete er das Mahl als ein Symbol des anbrechenden Reiches Gottes und als einen Hinweis auf das zukünftige Mahl der himmlischen Herrlichkeit. Damit machte er es zu einem Zeichen der Hoffnung auf das ewige Leben. Wer als Christ an der Eucharistiefeier teilnimmt, feiert ein Geheimnis (Mysterium) des Glaubens. Es ist so, als könne er sich aus seiner Gegenwart entfernen, Raum und Zeit überspringen und wie in einem geheimnisvollen Schauspiel erleben, was mit Jesus einmal geschah. Er ist gleichsam beim letzten Abendmahl Jesu dabei und empfängt wie von ihm selbst die heiligen Gaben. Unter den Gestalten von Brot und Wein kommt Jesus Christus zu ihm. Er wird in den Tod und die Auferstehung Jesu einbezogen. Die äußere Form der Feier hat sich im Lauf der Zeit öfter geändert. In der katholischen Kirche wird das Abendmahl in einem Gottesdienst gefeiert, der früher oft "Messe" (lat.: "Sendung" der Gläubigen in die Welt), heute meist "Eucharistiefeier" genannt wird. Jeden Tag versammeln sich Christen überall auf der Welt zu dieser Feier. Hier beten sie zu Gott, hören Texte der Bibel und halten miteinander Mahl. Hier denken sie über ihr Leben nach und holen sich Kraft für ein Leben nach den Weisungen Jesu. So erfüllen sie den Auftrag Jesu Christi.

Christen haben im Lauf der Geschichte öfters darüber gestritten, wie sie das Abendmahl und wie sie die Worte vom Leib und Blut Jesu verstehen sollten. Daraus ist eine Spaltung unter ihnen entstanden, die bis heute andauert. Die einen verstehen die Worte Jesu eher symbolisch: Brot und Wein weisen auf den Leib und das Blut Jesu hin. Die anderen, unter ihnen entschieden die katholische Kirche und auch Martin Luther, geben den Jesusworten einen realen Sinn: Unter den Gestalten von Brot und Wein empfangen die Christen wirklich den Leib und das Blut Jesu Christi.


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